(MdG) Flamingos!

Anfangs kam die kleine Reisegruppe noch gut voran. K´chens in der Bärenfalle empfangene Wunde schien komplikationslos zu heilen und bereitete dem Jungen keine Probleme. Daher schritt K´chen munter aus, musste jedoch schon nach wenigen Stunden einsehen, sich zu viel zugemutet zu haben. Erneut trat Blut aus, woraufhin Botho eine Rast für alle anordnete.
„Tut mir leid…“ meinte der Sohn der Monde kläglich.
Tric fuhr dem Jungen über den Schopf. „Halb so wild! Prisja und du, ihr behaltet die Straße im Auge und ich werde die Zeit nutzen, um uns etwas zu essen zu fangen.“
Botho erklärte sofort, er werde sich Tric anschließen. Jagen und die Zubereitung der Beute, wie auch jeglicher weiterer Mahlzeiten, waren Frauenarbeit. Je höher ein Kater im Rang stand, umso unakzeptabler war es für ihn, diese Tätigkeiten auszuüben, doch schien das Botho kein bißchen zu stören. Überhaupt schien es für den geweihten Mann nichts zu geben, das ihm peinlich gewesen wäre. Weder die merkwürdige Art seines Standes, Wunder zu wirken, noch seine eigenen Unzulänglichkeiten und am allerwenigsten die Notdurft.
K´chen, der geglaubt hatte, anders als seine Verwandten zu sein, bekam nun vorgeführt, was es wirklich bedeutete, sich von normalen Karr zu unterscheiden.

Für Tric bedeutete die Anwesenheit seines neuen Bekannten eine gehörige Umgewöhnung. Mit einem Jagdgefährten aus dem Volk der Karr an seiner Seite konnte es nicht einfach auf einen Baum klettern und sich in die Luft schwingen. Stattdessen überließ es Botho die Führung, gespannt darauf, wie ein Karr wohl jagen würde.
Da sich Zakets Sippe nur als Fallensteller betätigten, war die Pirsch völlig neu für Tric. Es war es gewohnt, im Sturzflug auf seine Beute nieder zu rasen und die Jagd mit einem einzigen raschen Stoß zu beenden. Über ihm würden die Sterne leuchten und die Winde brausen. Hier im Wald aber war alles anders…
Eine gefühlte Stunde zuckelte das Himmelsschwing nun schon hinter Botho her, der einer für den Zauberer kaum sichtbaren Fährte folgte. Aus den scheinbar formlosen Vertiefungen im Boden hatte der Einsiedler nicht nur die Art ihrer Beute, sondern auch deren Alter und Zustand ablesen können. Er sprach von Hirschen und Rehen, als ob das zwei ganz verschiedene Arten seien und erklärte Tric die Unterschiede in der Lebensweise dieser Tiere. Dies alles schien eine Wissenschaft für sich zu sein, kaum weniger komplex als Trics eigene Studien.
„Werde ich jemals wieder auf eines dieser Viecher herabstürzen können ohne daran zu denken welcher Art dessen Sozialgewohnheiten sind?“ dachte der Sternkundige verstimmt. Für einen kurzen Moment fragte er sich, was der Priester wohl von dem perfekten Wald-Park in der Akademie zu Markzat gehalten hätte…

Mit einem Male hechtete Botho in ein Gesträuch und winkte den Zauberer zu sich. Tric folgte ihm ohne zu zögern. <Was ist los?> wollte es fragen und meinte sogar zu spüren, wie sich seine Gedanken nicht mehr auf den eigenen Kopf beschränkten. Botho jedoch schien es nicht zu wahrzunehmen.
„Da vorn!“ raunte der Karr. „Das ist die Garde der Königin!“
Hinter dem Busch hockend schob Tric einen störenden Zweig zur Seite. Die Bäume und Büsche trugen noch ihr buntes Laub, doch selbst der Herbstwald in all seiner Farbenpracht verblasste gegen den Anblick, den sich den beiden Jägern bot. Einem zur königlichen Straße führenden Seitenpfad folgend erschienen vor Trics Augen behelmte, in lange Kettenhemden gerüstete Ritter. Ihre Lanzen hielten sie aufrecht, die Banner des königlichen Hofes flatterten allein durch die Geschwindigkeit der Reiter munter an den Spitzen.
Tric staunte! Solche Ritter hatte es noch nie zuvor gesehen! Keine Pferde, sondern flugunfähige Vögel von der Größe von Schlachtrössern dienten den Karr als Reittiere. Ihre kräftigen Beine und ebensolchen Leiber waren mühelos in der Lage, die Krieger in deren eisernen Panzern zu tragen. Stummelflügel, die nicht zum Fliegen taugten, ermöglichten den großen Vögeln, auch bei hohen Geschwindigkeiten ihr Gleichgewicht perfekt zu halten. Ihre farbenprächtigen Schwänze begannen am Ansatz schmal, fächerten dafür aber umso breiter aus. Die Schnäbel waren weitaus länger als der restliche Kopf und liesen deutlich erkennen, dass es sich um Fleischfresser handelte.
„Terrorvögel“, wisperte Botho.
Tric fand, dass dieser Name passend gewählt war. Denn Terrorvögel fraßen Pferde und die Pferde wussten das instinktiv, weswegen sie nervös wurden, sobald auch nur einer dieser Raubvögel auf einem Schlachtfeld auftauchte. Gingen den Rittern aber ihre Pferde durch, so würde das Fußvolk ebenfalls der Mut verlieren und dann würden sich geordnete Schlachtreihen in einen Haufen führungsloser, panischer Großkatzen verwandeln.

Zwischen den Karr ritten Emubeni auf roten, weißen und rosafarbenen Flamingos. Nicht nur im Vergleich zu den Laufvögeln wirkten sie zierlich und verletzlich. Die Flamingos vermochten mit ihren leichtgewichtigen Reitern vom Boden abzuheben und kurze Strecken zu fliegen, was ihren vermeintlichen Nachteil gegenüber den schwereren Terrorvögeln wieder ausglich. Beide Teileinheiten ergänzten sich perfekt.
Doch es war nicht ihre Überzahl, auch nicht die exotischen Reittiere der Ritter, die Tric schaudern ließen. Ihm, das ja selbst ein Kämpfer war, entging nicht die vollkommene Gelassenheit dieser Kriegsleute, ihre Bewegungen, die soviel Leichtigkeit auszustrahlten, dabei jedoch das Ergebnis eines von frühester Jugend an empfangenen Trainings waren. Jede Drehung des Kopfes, jede Bewegung im Sattel führten Tric vor Augen, welche Welten sich zwischen ihm und den Gardisten auftaten. Diese Frauen und Männer stellten ein völlig anderes Kaliber dar als die Stadtwache Markzats.
Bereits der Gedanke, sich einem einzigen der Flamingoreiter im Kampf zu stellen, erschien Tric wahnwitzig. Zwei von ihnen hätte es keine nennenswerte Gegenwehr mehr entgegensetzen können. An eine Auseinandersetzung mit einem der Terrorvogelritter wollte das Himmelsschwing lieber gar nicht erst denken.

Tric beobachtete, wie ein grellroter Flamingo sich mit seinem Reiter dreist zwischen zwei Terrorvögeln durchzudrängeln versuchte.
„Heda, Zwerg!“ fauchte eine der Karr-Ritterinnen. „Passt in eure winzigen Schädel nicht genug Hirn, dass ihr vergessen habt, dass eure Viecher auch fliegen können?“
„Rivalitäten zwischen den Alpländer Rittern und der Garde der Königin sind an der Tagesordnung“, flüsterte Botho Tric zu. „Aber sie bleiben meist freundschaftlich.“
„Die Königin von Alpland gebietet über eine Privatarmee?“ wunderte sich Tric.
Botho schnaubte abfällig. „Haben euch eure Lehrer in der Akademie vom Turm der Dimensionen erzählt, den Zweibeinern von jenseits des Meeres und noch so exotischem Zeugs?“ fragte er. „Dabei haben sie wohl versäumt, ihre Schüler auf die nähere Umgebung hinter unseren Grenzen – ach was, hinter den Stadtgrenzen! – vorzubereiten!“
Der Priester begann, vom Nachbarland des Königreichs Alpland zu berichten, der Heimat der Königin, König Hespios Gemahlin. Aus diesem Reich hatte sie ihre persönliche Leibgarde mit nach Alpland gebracht, die Zwergenritter. In Alpland waren die Zwerge unter dem Namen, den sich ihr Volk selbst gegeben hatte, bekannt: Emubeni.

„Ich weiß, dass das Flamingoland das mächtigste Reich auf dem Kontinent ist!“ warf Tric ein. „Es beherbergt sogar eine große Botschaft der Zweibeiner!“
„Aber dass es in Wirklichkeit Rebbergen heißt und ein Kaiserreich ist, wusstest du nicht“, erwiderte Botho lachend.
„Ich weiß alles darüber, was ich wissen muss“, widersprach Tric. „Das Flamingoland ist so reich, dass dort die Bettler wie die Fliegen sterben, weil die Landesherren bereits selbst genügend leibeigene Arbeitskräfte haben.“
„Wirklich? Aber Almosen müssten doch dann reichlich sein?“
„Ich sagte, sie sind reich“, meinte Tric, als erkläre das alles.
Nach kurzem Nachdenken nickte Botho traurig. „Ich wusste das nicht“, flüsterte der Kater. „Aber ich kann es mir vorstellen.“
Bothos Lehrer hatten auf andere Informationen Wert gelegt, hatten die Herrschaftsstruktur und Geschichte des benachbarten Reiches in seinem Gedächtnis verankert. War es nicht vorzeiten zu einem Nachfolgestreit in Rebbergen gekommen, währenddessen sich jeder Sohn des verschiedenen Herrschers zum König hatte ausrufen lassen? Und hatte nicht die Kirche jeden einzelnen dieser Könige in seiner Würde bestätigt?
Allein durch diese Formsache hatte der unvermeidlich erscheinende Bürgerkrieg verhindert werden können, und die Kleinkönige hatten in Wettstreiten ritterlicher Tugenden den Würdigsten unter ihnen zu ihrem Kaiser gekürt. Die Neuordnung Rebbergens ermöglichte es dem Kaiser, die lokalen Zwergenstämme und Klackernester einzuladen, sich seinem Reich anzuschließen. Deren Häuptlinge und Königinnen behielten ihre Titel und glaubten sich souveräner gegenüber ihrem Kaiser als die Fürsten der restlichen Reiche des Kontinents gegenüber ihren jeweiligen Monarchen. Wie ein- und dieselbe Struktur anders wirkte, wenn man ihr einen anderen Namen gab, sinnierte Botho…

Tric misdeutete Bothos Grübeln als Zögern, immerhin hatte der Karr den königlichen Hof nicht gerade freiwillig und in gutem Einvernehmen verlassen. Doch bot sich ihm hier eine Gelegenheit, mit dem Gefolge des Herrschers in Kontakt zu treten, die es nicht vorrüber gehen lassen durfte. Das Himmelsschwing verließ daher das Gebüsch und präsentierte sich den Reitern offen. Nur wenige Augenblicke später erwachte Botho aus seiner Geistesabwesenheit und schloss sich Tric an.
Die kleine Vorhut kam zum Stehen. Die Vogelreiter erweckten nicht den Eindruck überraschter Männer und Frauen. Ihre Tiere hatten die Anwesenheit intelligenter Lebewesen längst gespürt. Wo die Emubeni sich auf ihre empathisches Band zu den Vögeln verließen, hatten die Karr gelernt, deren Körpersprache zu lesen.
Der Anführer der Terrorvogelritter lenkte sein Reittier nach vorn. Tric verwunderte es nicht, dass es sich um einen Kater handelte. Obgleich die Mehrheit der Krieger Alplands weiblichen Geschlechts waren, fanden sich unter den Offizieren und zu Rittern geschlagenen Streitern vorwiegend Kater, da Adel und Volk der Urteilsfähigkeit von Katern eher trauten als der einer Katze.
Bothos Miene hellte sich auf, als er den Ritter wieder erkannte und auch der Kater hatte das Gesicht des ehemaligen Hoflehrers nicht vergessen.
„Ja, da soll mich doch…!“ rief er aus. „Botho?“
„Derselbe!“ Der Einsiedler verneigte sich tief vor dem Ritter. „Ich bitte um eine Audienz für mich und meine Begleiter bei seiner Majestät Hespio, König von Gottes Gnaden Alplands.“
„Und das muss mitten im Unheilswald an einem kaum erkennbaren Pfad sein?!“
Botho grinste schief. „Nachdem ihr hier durchgeprescht seid, ist er mehr als erkennbar, alter Freund.“
„Auch wieder wahr“, lenkte der Ritter ein. Durch den Scherz versöhnlicher gestimmt, wiederholte er seine Frage an den Priester: „Wieso kann dein Anliegen nicht bis Markzat warten? Sag mir bitte nicht, dass du es geschafft hast, auch dort nicht mehr in Stadtgrenzen geduldet zu werden!“
Botho schüttelte den Kopf. „Die Domherrin und ihr Schreiber sind mir gewogen, aber ich nicht mehr dem urbanen Leben, Dornak.“ Dann deutete er auf das neben ihm stehende Himmelsschwing. „Dieses… äh, diesen Mann traf ich gestern nahe meiner Wohnstatt hier im Wald. Er reist seiner Majestät entgegen, um ihm eine Warnung zu überbringen. Die Lage in Markzat ist schwierig, der Graf scheint nicht mehr bei vollem Verstand und es könnte sein, dass ein Attentat auf den Monarchen geplant ist.“

Der Ritter musterte die beiden vor ihm Stehenden. Besonders das Himmelsschwing wurde einer ausführlichen Begutachtung unterzogen. Misstrauen stand deutlich in den Zügen der Ritter zu lesen.
„Tric ist ein Bürger Alplands. Ich bürge für ihn und seine beiden Begleiter“, bekräftigte Botho.
„Welche Begleiter?“
„Trics Patensohn und dessen Schwester, zwei Jugendliche unseres Volkes. Wir haben sie an der Hauptstraße zurücklassen müssen, weil dem Jungen eine Fußverletzung das Laufen erschwert.“
Dornak dachte nach. Weder seine Untergebenen noch Botho oder Tric wagten es, seine Gedänkengänge zu unterbrechen – die einen aus Gehorsam, die anderen aus Vernunft.
Schließlich winkte der Ritter einem der Flamingoreiter.
„Reite zurück zum Zug des Königs und melde seiner Majestät, was hier geschehen ist!“ ordnete er an. Dann winkte er zwei weitere Reiter heran, auf Terrorvögeln sitzende Katzen. „Nehmt die zwei zu euch auf die Sättel! Wir wollen keine Zeit verlieren, ihre Freunde einsammeln und dann weiterreiten! Die vier Fremden nehmen wir mit, damit sie mit ihrem Anliegen vor den König treten können, sobald der Zug wieder vereint ist.“

Tric zögerte, sich den riesigen Vögeln zu nähern, was die ihm zugeteilte Reiterin sichtlich amüsierte: „Komm nur, keine Scheu! Unsere Vögel sind gut abgerichtet, die beißen nicht, wenn sie spüren, dass alles seine Richtigkeit hat. Wäre ja noch schöner, wenn sie uns die Gefangenen auffräßen!“
Finster erwiderte Tric: „Wenn sie es zur falschen Zeit täten, meinst du wohl? Ihr könnt sie noch immer dazu verurteilen!“
In Alpland bestand die übliche Strafe für Wilderer in der Verfütterung an wilde Tiere bei lebendigem Leib. Zu oft für seinen Geschmack hatte Tric auf seinen Reisen mit Zaket die halb aufgefressenen Körper gesehen, die noch immer an die Bäume gekettet dem Wanderer zur Warnung dienen sollten. Kinder, Erwachsene und Alte, die es gewagt hatten, sich gegen die Rangordnung aufzulehnen und etwas Besseres hatten essen wollen als ihnen zustand. Doch letzten Endes waren es diese Erinnerungen, die Tric dazu bewegten, sich hinter der Ritterin auf den Terrorvogel zu schwingen. Denn wenn es solche Gesetze waren, die König Hespio durchsetzte, auf welche noch kränkeren Gedanken mochte dann der Geistesmagier verfallen, der womöglich nach der Macht über Alpland strebte?

Botho hatte unterdessen nur Augen für die Flamingos und Tric wusste genau, wieso das so war: Flamingofleisch galt unter den Karr aller Länder als ausgesuchte Delikatesse. Die Vögel zu Reittieren abzurichten musste einem Karr als Verschwendung von Genussmitteln vorkommen. Besser noch: Befand man sich mit einem Zwergenstamm im Krieg, trug es zur Demoralisierung des Feindes bei, deren Vögel nach einer gewonnenen Schlacht aufzuessen. Flamingos, Strauße oder sogar Terrorvögel. Aber das Kaiserreich Rebbergen umfasste nun einmal auch die Zwerge, die unter keinen Umständen duldeten, dass man sich an ihren Tieren schadlos hielt. Außerhalb des Königreiches der Emubeni lebten nur wenige der schmackhaften Vögel. Flamingofleisch kam daher nur selten auf den Markt, erst Recht im Ausland, und war entsprechend teuer. Als Wanderer und später Einsiedler musste Botho den Geschmack von Flamingo bereits lange entbehren.
„Botho!“ raunte Tric zu seinem neuen Bekannten hinüber. Der Kater grinste schief, seufzte noch einmal und riss sich dann zusammen.

<Flamingos!>
Kaum hatte die Vorhut des königlichen Zuges die Stelle erreicht, an der die Karr-Geschwister auf Botho und Tric warteten, fluteten erneut Eindrücke dieser Vögel Trics Hirn. Der Zauberer „sah“ Prisja, wie sie einen modischen, mit rosafarbenen Federn verzierten Hut, trug, während sie durch die Straßen Markzats flanierte. Tric hörte K´chen lachen, als der Luftzauberer rittlings auf einem der Vögel Platz nahm und sich in die Luft schwang. Und es meinte, ganz leicht den Bratenduft zu riechen, den sich Botho noch immer ausmalte.

„Heda, Vorsicht!“ rief die Reiterin des Terrorvogels, auf dem Tric saß, aus. Sie griff hinter sich und hielt ihren Passagier fest. Erst als der Griff der Karr ihn stützte, bemerkte Tric, dass es drauf und dran gewesen war, von dem Vogel herunterzurutschen.
„Hab wohl zu abrupt angehalten?“ wunderte sich die Ritterin. „Naja, muss schon ungewohnt für dich sein. Aber wenn du das nächste Mal ins Rutschen kommst, dann fliegst du gefälligst hoch in die Luft, anstatt zu fallen!“
Doch Tric konnte nicht einmal ans Fliegen denken. Es vermochte sich nicht gegen die Eindrücke zu wehren, die auf ihn einstürmten. Es war, als müsse das Himmelsschwing nach der Trennung von K´chen und Prisja die Unerträglichkeit eben dieser noch so kurzeitigen Trennung überwinden, indem es sich unverzüglich in deren Gedanken einhakte.
Schlimmer: Sein eigener Geist fing an, alles, was Tric in den letzten Stunden erlebt hatte, an die Kinder weiterzugeben. Eine mentale Verbindung entstand, die zu mächtig und neu für Tric war, als dass es die Kontrolle darüber hätte behalten können. Anstatt sich gedanklich mit den beiden Jugendlichen auszutauschen, löste Tric sich auf, verlor den Kontakt zu seiner Umwelt und zu sich selbst. Alles, was der Zauberer über das Fliegen oder die Körperberrschung wusste, schien sich verflüchtigt zu haben. Selbst das aufrechte Sitzen wurde zum Problem und wie man sich festhielt, wollte den Fingern des Himmelsschwings erst Recht nicht mehr einsichtig werden.

Erneut riss die Ritterin an Trics Lederhemd, doch diesmal packte sie fester zu und holte den Passagier schwungvoll nach vorn. Dort setzte sie ihn vor sich in den Sattel.
„Danke…“ ächzte Tric, bevor vor der Katze nach vorn kippte und die Besinnung verlor.

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