Clark the Shark

(Kapitel 3 der Kurzgeschichte „Brüder oder so“)

Den Freitagnachmittag und damit das Wochenende pflegten die Jungs aus Silvios Viertel mit einem Fußballspiel einzuläuten. Während der Schulzeit trafen sie sich dazu gleich nach der letzten Stunde, in den Ferien spielten sie den ganzen Vormittag über.
Joachim Bentele aus der geräumigen Dachgeschosswohnung in einem der teuren Häuser direkt am Park gehörte ebenso zur Clique wie Silvio Lehmann, der mit seiner Mutter in einer Zweiraumwohnung in einem verwahrlosten Haus in einer Seitenstraße wohnte, wo eine nachträglich eingezogene Trockenbauwand Silvios Schlafkammer vom Wohnzimmer trennte.
Die Jungs, die nicht dazupassten, hatten sich schon längst aus der Truppe entfernt. Wer auch im Alter von sechzehn Jahren noch dabei war, gehörte für immer dazu. Neulinge hatten es schwer, in die Clique aufgenommen zu werden, denn selbst wenn sie nun die Postadresse mit den Jungs vom Park teilten, fehlten ihnen ganz einfach die geteilten Erinnerung aus zehn oder mehr gemeinsamen Jahren. Begünstigend kam hinzu, dass die Elternhäuser der Jungen ungeachtet ihrer kulturellen Hintergründe denselben Gott namens Mammon verehrten und zwar unabhängig davon, ob sie nun viel oder wenig von dessen irdischer Repräsentation besaßen.

Während des Spiels Vier gegen Vier schenkten die Freunde einander nichts. Keiner von ihnen spielte in einem Verein oder träumte noch von einer Profifußballerkarriere, das lag längst hinter ihnen. Aber obwohl sie es auf diesem Gebiet nie zu größeren Ehren bringen würden, waren die Jugendlichen auf ihrem Level alle annähernd gleich stark, wodurch ihre Wettkämpfe nie langweilig wurden.
Achim flitzte als der aggressivste Verteidiger der Fußballgeschichte über die eigene Spielfeldseite. Der ach so freundliche Junge verwandelte sich auf dem Feld in einen Giftzwerg, der allein schon durch seine Blicke herannahende Angreifer zu entmutigen verstand. Und das durch jede Sonnenbrille hindurch.
Silvio Lehmann gehörte ganz im Gegensatz zu seinem Ex-Bruder in den Sturm. Er musste noch nicht einmal viel herumlaufen, lediglich seine Schusskraft und Ballkontrolle voll ausspielen. Wenn der Torwart nicht sah, von wo ein Ball kam, dann kam er meist von Silvio In diesem Fall war es gesundheitsförderlicher, man verließ das Tor, so schnell man konnte, denn ab und zu schien der Stürmer zu vergessen, dass man nicht auf den Keeper, sondern auf die freie Fläche zielte.
An diesem Tag spielten die beiden Jungen in derselben Mannschaft, doch konnte sich das von Woche zu Woche ändern, ohne, dass es einer dem anderen nachgetragen hätte.
Ihre Mannschaft verlor das Spiel, doch auch das mochte sich schon beim nächsten Mal ändern.

Joachim und Silvio trennten sich zum Abschied winkend von den anderen Jungen. Manche gingen zum Mittagessen nach Hause, andere trafen Freundinnen und wieder andere hatten vor dem Wochenende noch kurzfristig Termine wahrzunehmen.
„Du hast heute wieder Therapie, richtig?“ erkundigte sich Achim.
„Ja.“ Silvio stopfte die Socken und seine Turnschuhe in den Rucksack und schlüpfte stattdessen in ein Paar Sandalen. „Muss auch gleich los. Ich laufe hin. Hab keinen Bock, so schwitzig, wie ich bin, in den Bus einzusteigen.“
„Geh doch heim duschen. Mit dem Bus kommst du trotzdem noch pünktlich.“
„Nö, lieber nicht. Meine Mutter hat doch nur eine Halbtagsarbeit! Um diese Zeit ist sie meistens schon daheim.“

Der andere lief ungefragt neben Silvio her, als dieser den Weg zur Praxis Dr. Fechners einschlug.
„Und? Was geht sonst so bei dir?“ fragte er weiter.
Diese harmlose Frage löste einen Redeschwall aus. Achim wurde von Begriffen bombardiert, die samt und sonders dem Seekriegswesen entlehnt waren: Lee-Vorteil, Ketten- und Splittermunition, Kampfmoral, Linienschiff… Besonders Letzteres schien für nichts Gutes zu stehen. Eigennamen gesellten sich hinzu, Bezeichnungen für Schiffe, Städte und Personen, die in irgendeinem komplexen Zusammenhang miteinander zu stehen schienen.
Silvio sprach ohne Punkt und Komma, so dass jeder Ansatz einer Zwischenfrage im Keim erstickt wurde. Erst allmählich verstand Achim, dass sein Ex-Bruder nicht über einen Spielfilm, sondern ein Computerspiel sprach.
„Was genau ist an dem Game so toll?“ wagte er schließlich zu fragen, als Silvio am Ende seiner Rede angekommen war. Zu diesem Zeitpunkt standen die beiden bereits an ihrem Ziel.
„Die Weiber!“ erklärte Silvio in einem keinen Widerspruch zulassenden Tonfall. „Ich kann sie alle haben, auch nach der Hochzeit noch. Ich treibe es in jedem Hafen mit einer anderen, bis ich sie alle rumgekriegt habe!“
„Das ist sicher spannender als das Verursacher- und das Gemeinlastprinzip“, musste Achim zugeben. „Also dann hast du ja wenigstens was, worauf du dich freuen kannst, während du hier…“
Silvio schüttelte sich.
„Während ich hier an Spinnen denken muss. Ja.“
Sie erhoben die Hände, schlugen ein, dann schlenderte Achim die Straße hinunter.

*

Silvio betrat die Praxis. Im Vorzimmer wurde er sofort durchgewunken, was dem Jungen nur Recht war. Womöglich wäre Dr. Fechners Empfangsdame sonst aufgefallen, wie aufgewühlt er gerade war?! Obwohl er doch den Kopf noch bis zu diesem Moment voller digitaler Frauen gehabt hatte, bekam Silvio nun den Blondschopf aus der Nachbarschaft nicht aus seinen Gedanken. Zum ersten Mal hatte der andere ihn hierher begleitet… und zum ersten Mal hatte er viel zu lange auf Achims Hinterteil geglotzt, nachdem sie sich voneinander getrennt hatten. Bemüht, das Bild nicht länger vor sich zu sehen, schloss Silvio die Augen, kaum, dass er auf dem Stuhl im Sprechzimmer Platz genommen hatte.
„Nanu?“ wunderte sich Dr. Fechner. „Müde von eurem wöchentlichen Spiel oder so wild auf einen weiteren Vergangenheitstrip?“
„Beides. Machen wir denn heute wieder einen?“
Dr. Fechner nickte entschlossen.
„Ich habe mich für eine zweite Hypnosesitzung entschieden. Ob eine Zeitreise daraus wird, vermag ich noch nicht zu sagen. Das entscheidet allein dein Unterbewusstsein.“
„Okay…“
Silvio wechselte in den Sessel.
‚Also zeigt er mir DOCH Spinnen!’ dachte der Junge.
Aber er wollte keine sehen, nicht ihre Beinchen, von denen sie viel zu viele aufwiesen, nicht die Mandibeln und Facettenaugen, vor deren Anblick man im Alltag dankenswerterweise verschont blieb und erst recht nicht, wie diese Dinger sich bewegten. Am Ende sähe er gar eine von den ekligen Weißen?!
‚Ich will nicht, ich will nicht, ich will nicht!’ sagte der Junge sich immer wieder, während Dr. Fechner auf ihn einsprach. Und weil Silvio nichts sehen wollte, sah er auch nichts…

In welche Episode seines Lebens der Therapeut ihn auch versetzt haben mochte, der Silvio dort hielt seine Augen ebenso fest geschlossen wie der in der Praxis.
Eine merkwürdige Ruhe legte sich über den Geist des Patienten. Er meinte, zu spüren, dass sie von seinem anderen Ich ausging.
„Ich liege wohl im Bett“, teilte Silvio dem Doktor auf dessen Frage, wo er sich befände, mit. „Ich scheine noch zu schlafen. Wenn Spinnen da sein sollten, sehe ich keine.“
‚Und wenn ich das Kinderzimmer in dieser Szene mit Achim teile’, ergänzte der Junge gedanklich, ‚dann brauche ich wenigstens auch den nicht sehen!’
„Aha.“ Dr. Fechner notierte sich etwas. Silvio hörte das Geräusch der über das Papier flitzenden Kulimine überdeutlich. Oder handelte es sich um das Kratzen einer Feder?
Jemand hatte irgendwann etwas aufgeschrieben. Nun legte diese Person das Schreibgerät zur Seite. Das Knarren einer Tür verriet Silvio, dass jemand den Raum betrat. Zumindest, was die Tür anging, war er sich sicher, dass dieses Geräusch der Hypnoseszene zuzuordnen war.
„Die Tür geht auf, Doktor“, erklärte er. „Ich glaube, meine Mutter will mich wecken.“
Doch nichts dergleichen geschah. Anstelle des erwarteten „Steh auf, Silvio, du musst in die Schule!“ oder auch des „Silvio! Jojo! Aufstehen! Ihr müsst in die Schule!“ hörte Silvio völlig fremde Personen miteinander sprechen.
Er schien erneut am Leben des Schwarzen Hundes der Spanish Main teilzuhaben…

*

Das Kratzen der Feder setzte wieder ein. Jemand schien überaus konzentriert an einem Schriftstück zu arbeiten und mit einem Mal wusste Silvio, dass es sich ebenfalls um einen Arzt handelte. Leichtfüßig bewegte der Mediziner sich durch sein Reich, während er sein Vorräte einer Inventur unterzog.
Währenddessen lag er selbst – der Schwarze Hund – mit noch immer geschlossenen Augen in einem bequemen Krankenbett. Zwei weitere Männer befanden sich im Raum, keiner von beiden medizinisch gebildet. Einer versorgte den anderen
„Kopf in den Nacken! Du flennst nicht, deine Nase blutet!“ befahl eine Stimme.
Silvio begriff, dass nicht er gemeint war.
„Das sind Captain Clark und sein Bruder Jacques“, teilte er Dr. Fechner mit, ganz so, als bedürfe diese Auskunft keiner weiteren Erläuterung. Doch im Gegensatz zu Francois dem Schwarzen Hund hatte Silvio ein Restverständnis dafür bewahrt, dass manche Menschen auf Gottes Erde nichts mit den beiden Namen anzufangen wussten. Dr. Fechner gehörte zu dieser Kategorie Mensch, weshalb Silvio ergänzend hinzufügte: „Der Captain und der Quartiermeister.“
‚Er ist wieder in der Vergangenheit!’ frohlockte Dr. Fechner. ‚An Bord eines Schiffes offensichtlich. Und mit welcher Selbstverständlichkeit der Junge in die Szene eintaucht! Da sollte es doch ein Leichtes sein, kurz zu überprüfen, ob an der Schatzangelegenheit etwas dran ist, bevor ich mit der Therapie fortfahre…“
Laut aber fragte er:
„Ein Clark und ein Jacques sind Geschwister? Der eine Name ist ein englischer, der andere französisch.“
„Ja, warum denn nicht? Unser Chips stammt von Tortuga. Der ist auch ein Mischling. Wir sind überhaupt ein bunter Haufen. Also, Clarks Leute sind ein bunter Haufen, meine ich. Ich gehöre irgendwie nicht dazu.“
Silvio runzelte die Stirn. Wieso gehörte er nicht zu Captain Clarks Crew? Da konnte doch etwas nicht stimmen? Er hatte doch immer… Nein, natürlich nicht. Vorher hatte er Sandburgen gebaut und noch früher ins Töpfchen gekackt. Francois Leben als Teil von Clarks Piratenbande musste irgendwann seinen Anfang genommen haben. Diesen Moment schien er gerade mitzuerleben.
Silvio war neugierig darauf, diese ersten Schritte vorgeführt zu bekommen. Er befürchtete allerdings, Dr. Fechner werde ihn sofort zurückholen oder ihn in eine andere Episode versetzen, doch nichts dergleichen geschah. Obwohl sein Vergangenheitstrip nicht das Geringste mit Spinnen zu tun hatte, erlaubte der Therapeut Silvio, in der Szene zu verweilen.
„Das ist abgefahr´n…“ murmelte der Junge.
„Was hast du gesagt?“
„In der Vergangenheit. Da liege ich bewusstlos irgendwo rum, aber ich bekomme alles mit, was um mich herum vorgeht. Der Schwarze Hund wird sich später nicht mehr daran erinnern, wenn er aufwacht, aber ich, dreihundert Jahre später, erlebe es live mit!“
Möglicherweise hatte sich Francois ja deswegen nicht erinnert, weil er damals wirklich kein Wort mitbekommen hatte, überlegte Silvio. Erst jetzt, auf seiner Reise in die Vergangenheit, hörte er zum ersten Mal, was damals zwischen den Brüdern besprochen worden war. Und er wollte hören, was Clark und Jacques über ihn zu sagen hatten, wollte es unbedingt!

„Er gehört dir“, meinte der Quartiermeister. „Das hast du uns überzeugend dargelegt. Mich hat deine Rede überzeugt, andere…“
„…die körpersprachliche Komponente“, beendete Clark den Satz.
Silvio war sich sicher, dass der Mann dabei trotz seiner lädierten Nase breit grinste. Offenbar hatte der Captain nicht damit gerechnet, dass mindestens einer seiner Diskussionspartner zurückschlagen würde.
„Was willst du nun mit ihm machen?“ forschte Jacques.
„Ehrliche Antwort, Bruder? Ihn anstarren. Nichts weiter. Nur hingucken und wissen, dass er da ist.“
„Und stehst du zu deinem Wort?“
„Nein, natürlich nicht“, lachte der Schiffsführer. „Nur insofern, dass ich euch erlaube, den Schwarzen Hund zu testen. Fällt das Ergebnis zur Zufriedenheit der Mannschaft aus, kann Francois bleiben, wie abgemacht. Ist dem nicht so, bleibt er ebenfalls. Sollen doch die Unzufriedenen gehen! Sollen sie alle gehen und sich den Bukaniern anschließen! Wir haben das Schiff schon einmal zu dritt gesteuert. Kannst du dich noch erinnern?“
„Ja. Und im Gegensatz zu dir denke ich auch noch daran, wie es dazu gekommen ist. Wenn du das nicht noch einmal provozieren möchtest…“
„Schon gut, schon gut! Fakt ist, ich werde nicht zulassen, dass Francois etwas zustößt. Und wir werden uns nicht trennen. Alles andere mag der Herrgott über uns entscheiden, wie es ihm gefällt.“

„Um wen geht es?“ mischte sich Dr. Fechner ein.
Nachdem sein Patient ihm von seiner Ohnmacht, dem Krankenlager und vom Nasenbluten des einen Piraten erzählt hatte, war der Junge verstummt.
„Sprich wieder mit mir Silvio! Wer hat die blutige Nase? Der Captain oder sein Bruder?“
„Clark the Shark. Ein Wunder eigentlich, dass er nicht immer so rumläuft. Dieser Mann scheint eine wandelnde Einladung, ihm die Fresse zu polieren, zu sein.“
Der Doktor horchte auf!
Shark, der Haifisch!
Fügte sich das nicht wunderbar mit seiner Recherche zusammen? Der Spitzname des Captains und der Name des gesunkenen Schiffes passten jedenfalls schon einmal gut zusammen. Die Sharkeye mochte gut und gern Clarks Schiff gewesen sein.
Also hatte dieser Clark Francois an Bord genommen. Später würden die beiden gemeinsam die Schatzflotte plündern, jedoch ihr Leben bei dem Versuch, die Beute in Sicherheit zu bringen, lassen.

„Harris! Kein offenes Feuer an Bord!“ beschwerte sich dreihundertfünfzig Jahre früher der Piratenkapitän bei seinem Schiffsarzt. Diesem ging die Anweisung gehörig gegen die Hutschnur, befand er sich doch mitten im Herstellungsprozess seiner medizinischen Tinkturen.
„Und wie bekomme ich den Kessel ohne Feuer heiß, Captain? Soll ich mich vielleicht draufsetzen, damit das Wasser warm wird? Denn bevor es das ist, geht das Zeug nicht in Lösung!“
„Dann hol dir heißes Wasser aus der Kombüse! Dort kannst du zündeln, ohne mein Schiff dabei abzufackeln!“
„Aber ich koche immer hier… Sonst hast du doch nie…“
Doc Harris´ Protest erstarb. Der Mann ergriff, hier nicht erwünscht zu sein. Wenn er ehrlich mit sich war, verspürte er ohnehin kein Interesse, zu beobachten, was sein Schiffsführer mit dem Patienten anstellte. Auf See war es bisweilen notwendig, sich unter Kerlen bei der Befriedigung gewisser Gelüste behilflich zu sein, doch der verliebte Gesichtsausdruck, den der Hai aufsetzte, gehörte zu den Anblicken, denen man sich nicht aussetze, wenn es Alternativen gab. Da war es sogar besser, sich aus der eigenen Krankenstation zu trollen.
Zumindest stellte sich Silvio Lehmann vor, dass all das in dem Schiffsarzt vor ging. Sehen konnte er ja nichts, da der Schwarze Hund nach wie vor bewusstlos und mit geschlossenen Augen das Bett hütete.
Die leiseste Berührung „seiner“ Wangen, ein Streicheln des Kopfhaares und etwas, das der Hai extrem leise in Francois Ohr hauchte, weckten in Silvio das Verlangen, der Szene zu entkommen, bevor der andere noch auf die Idee käme, am Ohrläppchen des Schwarzen Hundes zu knabbern.
‚Verdammt, wieso habe ich jetzt an so was gedacht?!’ schoss es Silvio durch den Kopf.

„Doc? Können wir vorspulen? Hier passiert gerade…“ ‚Viel zu viel!’ „…nichts.“
Doktor Fechner ging sofort auf die Bitte des Jungen ein.
„Spring zur Silberkarawane!“ forderte er seinen Patienten auf.
„Was? Wieso?“
„Weil ich will, dass du dich wohlfühlst. Ich habe dir doch gesagt, dass wir an deinem Selbstbewusstsein arbeiten müssen.“
„Nicht an den Spinnen?“
„Nein. Wichtiger ist, dass du dich nicht mehr wie ein Mädchen fühlen musst. Du hast ja festgestellt, dass hier dein eigentliches Problem liegt.“
‚Ja’, dachte Silvio. ‚Und darin, dass ich es genieße, was der Hai mit mir anstellt… es erwidern will… Okay, das sind sicher nur die Gefühle von diesem Francois. Aber warum kommt es mir dann so vor, als erlebe der nur, was ich selber immer gerade möchte? Weil, so was möchte ich doch bestimmt nicht…’
Doch was immer man von Dr. Fechners Therapiemethode halten mochte, es blieb eine Tatsache, dass kein Mensch unter Hypnose tat, was seinem innersten Wesen zuwiderlief. Es war schlichtweg unmöglich. Silvio begrüßte die Liebkosungen durch den Mann, den er nicht sehen konnte, sich aber einem erwachsenen Achim Bentele ähnlich aussehend vorstellte. So sehr der Junge sich auch wünschte, diese Gefühle nicht in sich zu tragen, so wenig vermochte er sie zu leugnen.
„Was ist wohl männlicher, als einen Goldtransport aufzubringen?“ fragte der von Silvios Gedankengängen ausgeschlossene Dr. Fechner indessen. Er beantwortete seine Frage selbst: „Na ja, eine Menge eigentlich, aber das ist die einzige Sache, die mir jetzt in Zusammenhang mit der Therapie einfällt.“
Schläfrig erwiderte Silvio: „Klingt logisch, Harris, äh, Doc. Okay, machen wir das.“

*

Der Überfall auf die Silberkarawane…
Glücklich gewesen sein…
Selbstbewusstsein empfinden…
Silvios Unterbewusstsein versuchte, die unterschiedlichen Anweisungen seines Hypnotiseurs miteinander in Einklang bringen. Es dauerte nicht lange, da baute sich eine neue Szene vor dem inneren Auge des Jungen auf.

Voll beladen mit Beute strebte das Kaperschiff auf seinen sicheren Hafen, Basse Terre auf Tortuga, zu. Schon seit Tagen segelten die Piraten an der Küste der Insel entlang gen Osten.
Francois stand an der Reling und deutete ins Landesinnere hinein. An seiner Seite stand ein junger Spanier mit Namen Pepe, das neuste, wenngleich nicht jüngste, Besatzungsmitglied. Während er dem Neuling die Landmarken erklärte, fühlte sich der Schwarze Hund wie ein altgedienter Seebär. Immerhin war dies nicht sein erster Besuch auf der Pirateninsel. Dass er selbst erst seit dem vergangenen Jahr zur See fuhr, musste der Neue ja nicht unbedingt wissen. So mancher Seeräuber überlebte sein erstes Jahr nicht, er aber war nach Captain Clark der zweite Mann an Bord! Daher glaubte Francois, sich mit Fug und Recht als Seemann und Kaperoffizier bezeichnen zu dürfen.
Zunehmend ungeduldiger werdend kommentierte Dr. Fechner die Beschreibungen, die er aus Silvios Mund erhielt, seit einer Weile nur noch mit Knurren und Brummen.
„Wann sinken die denn nun mal endlich“, murmelte er vor sich hin.
„Ich könnte ewig so gemütlich weitersegeln“, gestand der Schwarze Hund Silvios Therapeuten. „Dieser Küstentörn ist etwas gänzlich anderes als die Langeweile auf See… denkt Francois gerade. Heute ist er einfach nur zufrieden.“
Dr. Fechner musste sich als nächste Station auf der Anfahrt auf Tortuga ein großes Riff „zeigen“ lassen.
„Wir nennen es das Todesriff“, erklärte Silvio/Francois.
‚Na endlich!’ dachte der Doktor. ‚Ein Todesriff. Der kleinste Steuerfehler und sie sinken. Das in dem spanischen Logbuch erwähnte Unwetter hat die Sharkeye offenbar überstanden, in Küstennähe befindet sie sich ebenfalls schon, aber jetzt wird ihr das Riff zum Verhängnis. Hm. Hoffentlich ist das keine Gegend, in der sich heutzutage die Tauchschüler und Sportsegler die Klinke in die Hand geben…’
Sie waren so nah, dass sie schon die Menschen sah´n, summte Lutz vor sich hin. Sah´n die Hütten und die Feuer und den Rauch…
Wie in dem Lied der Popgruppe Dschinghis Khan würde die Besatzung der Sharkeye trotz dieser sonnigen Aussichten gleich ihr Ende finden. Wieso ihm der Gedanke eine derartige Befriedigung verschaffte, vermochte Dr. Fechner selbst nicht zu sagen. Ging es ihm nicht ausschließlich um das abgesoffene Silber?
„Sharkeye“, murmelte der Doktor vor sich hin. „Sharkeye, Sharkeye, Sharkeye.“
Diesmal blieben die schadenfrohen Gefühle aus.
‚Natürlich, das ist ja auch bloß der Name eines Schiffs’, überlegte der Mann. Anders sah die Angelegenheit schon aus, wenn er daran dachte, dass Captain Clarks Bande nicht mehr lange zu leben haben würde. Gut fühlte sich dieser Gedanke an! Und das, fand Dr. Fechner, war nicht gesund. Hatte nicht er selbst erst vor kurzem Silvio Lehmann vor ähnlichen Nebenwirkungen der Rückführungstherapie gewarnt? Nun war er selbst es, der sich emotional viel zu tief in die Traumbilder hineinziehen ließ. Sobald er wusste, wo sich der Silberschatz befand, so nahm sich der Psychologe vor, würde er die Hypnose für immer von der Liste seiner Therapiemethoden verbannen.

Doch bis dahin sollte es noch ein weiterer Weg sein, als der Mann sich ausgemalt hatte.
Denn das Schiff des Schwarzen Hundes – Clarks Schiff – legte sicher in Basse Terre an. Der Kapitän und sein Freund machten sogar dem Gouverneur der Insel ihre Aufwartung!
„Von wegen Pirateninsel“, zischte Dr. Fechner. „Wenn es da einen Gouverneur gibt!“
Mit Sicherheit würde ausgerechnet Tortuga keinen vom Mutterland bestallten Gouverneur besessen haben. Wie lange hätte er sich wohl an diesem Ort in seinem Amt halten können?
Doch dann fiel es Lutz wie Schuppen von den Augen. Hatte es da nicht einmal ein Computerspiel gegeben, in dem der Spieler einen Piratenkapitän verkörperte? Man schipperte von Stadt zu Stadt und jedes noch so kleine Nest wurde von einem Gouverneur regiert, bei dem man vorsprechen konnte, um sich Missionen im Dienste der jeweiligen Nation abzuholen. Daher also nahm sein Patient seine Inspiration!
„Das denkst du dir nur aus!“ schrie Dr. Fechner den noch immer in Hypnose befindlichen Jungen unvermittelt an. „Du führst mich absichtlich in die Irre!“
„Wie bitte? Nein, ich…“
Doch Lutz ließ seinen Patienten nicht ausreden.
„Du erzählst mir irgendwelchen ausgedachten Kram!“ warf er ihm vor. Von einem Zorn erfüllt, den er nur selten in seinem Erwachsenenleben gefühlt hatte, stürzte sich der Mann auf den wehrlosen Teeanger. „Sag mir sofort, was du wirklich siehst!“
Fechner packte Silvio an dessen T-Shirt. Er schüttelte ihn rücksichtslos durch.
„Wo ist das Silber?!“
Silvio vermochte keine Gegenwehr zu leisten. Sein Herzrhythmus war durch die Trance auf viel niedrigere Werte eingestellt, als in Aktivität. Mit keiner Silbe dachte Ludwig Fechner daran, was er durch seine grobe Behandlung des Jungen anrichten konnte. Fixiert auf seinen Schatz, der ihm bis eben noch so nah erschienen war, ohrfeigte er seinen Patienten.
„Wir haben kein Silber auf Kuba erbeutet“, keuchte Silvio.
„So? Habt ihr es euch auf See geholt?“
„Ich weiß nicht…“
„Aber der Schwarze Hund weiß es! Sein ganzer Lebenslauf ist in deinem Kopf gespeichert! Egal wann, egal wo es geschah – du weißt es! Konzentrier´ dich gefälligst darauf!“
Fechner ließ von seinem Opfer ab. Silvio hing nun mehr im Sessel, als dass er gesessen hätte, doch er schien es nicht zu bemerken. Sein Geist weilte in einem anderen Körper, einem, der in der Gegenwart längst verrottet und keine Schmerzen mehr zu empfinden in der Lage war.
„Da war tatsächlich ein Schatzschiff in der Nähe von Tortuga“, gab Silvio wieder, was er in Francois Geist fand. „Die Oro Grande.“
Oro del Mare. Aber das ist jetzt nebensächlich. Ein Schreibfehler im Logbuch, oder eine Verwechslung des Spanischen Capitanos. Darum kümmern wir uns später. Ich hole dich jetzt besser zurück.“

Der Mann erlaubte Silvio, aus seinem Hypnosezustand zurückzukehren. Doch während er mithilfe der schamanenhaft-ritualisiert klingenden Sätze die Körperfunktionen des Jungen wieder auf normale Werte einstellte, kam es ihm so vor, als glaube ein Teil von ihm, einen Geist anzurufen. Es schien dem Mann, als wären Teile seines Verständnisses der Methode während seines Gesprächs mit Silvio von seinem bewussten Zugriff ausgeschlossen gewesen. Beispielsweise die Tatsache, dass unter Hypnose gewonnene Eindrücke sich nicht so rasch wie ein nächtlicher Traum verflüchtigten. Sie begleiteten einen Patienten oft lange Zeit, bisweilen sein Leben lang. Dr. Fechner wusste das genau. Hatte er nicht die Frau mit der Goldfischphobie stets erst im Anschluss an ihre Hypnose ihr Erlebnisse niederschreiben lassen? Doch, nein, die Erinnerung schien aus irgendeinem Grund blockiert gewesen zu sein. Lutz hatte geglaubt, den Schwarzen Hund gewissermaßen live verhören zu müssen, während dieser gerade in Silvios Kopf anwesend war.
Das mit einer solchen Attacke für den Patienten verbundene Risiko hatte er ebenfalls in Kauf genommen… Dr. Fechner verstand die Welt nicht mehr. War es wirklich nur die Gier nach dem Silber, die ihn so verändert hatte?

*

Als auch Silvio endlich merkte, nicht mehr hypnotisiert zu sein, richtete er sich im Sessel auf.
„Was ist passiert? Sie haben mich geschlagen! Was war denn los?!“
Dr. Fechner wusste es nicht. Er konnte nicht erklären, wieso er plötzlich einen solchen Hass auf den Hai von Tortuga empfunden hatte oder wieso er mehrere Minuten lang keinen Zugriff mehr auf sein Fachwissen gehabt haben sollte. Doch der Junge erwartete – und besaß jedes Recht auf – eine Antwort von ihm und zwar unverzüglich.
„Der Schwarze Hund wollte seine Geheimnisse nicht preisgeben“, erwiderte der Therapeut. „Nicht vor mir und vielleicht nicht einmal vor dir.“
Silvio lies sich aus dem Sessel rutschen. Misstrauisch, als handle es sich um eine Folterbank, beäugte er das Möbelstück, dann trat er auf das Waschbecken im Sprechzimmer zu.
„Francois’ Geheimnisse?“
Silvio drehte den Hahn auf. Mit beiden Händen schöpfte er Wasser, das er sich ins Gesicht spritzte.
„Soll mir das helfen, Selbstvertrauen aufzubauen?“
Der Junge trank einige Schlucke Leitungswasser. Dann schüttelte er seine nassen Hände mitten im Raum aus, bis sie halbwegs trocken waren.
„Indem ich mich in einem verdammten Folterverhör standhaft zeige?“
Fechner blinzelte und zuckte zusammen, als auch ihn ein paar der Spritzer trafen.
„Unsinn! Du missverstehst das völlig!“ wiegelte er ab.
Silvio zuckte die Achseln.
„Ich weiß nicht. Sie scheinen jedenfalls eine Menge geplant zu haben, von dem ich nichts weiß. Sie sprechen von Logbüchern, stellen Fragen, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben und haben das Ganze am Ende noch nicht einmal richtig im Griff. An irgendeiner Ecke waren mir die früheren Sitzungen, in denen wir noch keine ‚Fortschritte’ erzielt haben, lieber.“
Wie ein verblassender Traum erschienen Silvio Lehmann nun die Therapiestunden, auf die er sich, das wurde ihm nun klar, stets gefreut hatte. Dr. Fechner hatte sich von ihm „Doc“ nennen lassen, ihm aufmerksam und geduldig zugehört, auch dann, wenn es nicht um Spinnen ging, und ihn immer wieder herausgefordert, sich nicht hängen zu lassen.
Wie viele hilfreiche Ratschläge für die Schule, den Umgang mit der Mutter oder das Leben in der Clique verdankte Silvio Dr. Fechner? Eine ganze Latte, erinnerte sich der Junge. Er weigerte sich, zu glauben, dass all das vorbei sein sollte.
Silvio trat zurück an den Schreibtisch des Erwachsenen. Er zog den billigen Metallgestellstuhl zurück, nahm darauf Platz und wartete, was der Doktor ihm zu sagen haben würde.

Ludwig Fechner eröffnete seinem Patienten, was er über das Schicksal der Silberkarawane herausgefunden zu haben glaubte. Wie er mit Silvios Hilfe den Schatz zu finden gedachte. Und dass er ihn bergen wollte.
„Nun ja, nicht schlecht“, meinte Silvio. „Aber es hat nicht funktioniert.“
Fechner winkte ab. „Das wird es schon noch“, erklärte er.
„Nein. Nein, danke, wirklich nicht. Ich habe genug von diesem Mist!“
Dr. Fechner lächelte.
„Krempel mal deinen linken Ärmel hoch!“
Der Junge gehorchte. Gedankenlos tat er, was der Erwachsene von ihm verlangte. Erst, als sein Oberarm bereits frei lag, ärgerte sich Silvio über sein Verhalten.
„Und?“ forschte Dr. Fechner. „Was siehst du?“
„Nichts. Haut. Zellen und so.“
„Was ist mit dem weißen Fleck?“
„Oh, ja, das. Die Narbe von der Pockenimpfung. Was soll damit sein?“
„Als man dir diese Immunisierung verpasste, war das überaus schmerzhaft für dich. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hast du dabei gebrüllt. Aber das Leid ging vorbei. Heute erinnerst du dich noch nicht einmal daran. Was dir allerdings bleibt, ist dein damals erworbener Impfschutz.“
„Aha.“
„Nicht anders ist das auch mit unserer Suche nach dem Silber. Kurzfristig mag es etwas unangenehm für uns beide sein, aber am Ende wird es sich gelohnt haben. Der Preis wiegt den Schmerz mehr als auf, Silvio.“
‚Jetzt ist es schon „unsere“ Suche’, dachte Silvio mit einem Anflug von Bitterkeit. Doch ein anderer Teil seines Selbst, jener Teil, der ohne seinen früh verstorbenen Vater hatte aufwachsen müssen, der dachte zwar das dasselbe, betonte den Satz aber völlig anders. Für diesen Teil wurde „UNSERE Suche“ daraus, das gemeinsame Unterfangen, zu dem Dr. Fechner den Teenager einlud.
„Trotzdem“, murmelte der Junge. „Ich weiß nicht…“
Dr. Fechner beugte sich über den Tisch. Er richtete sich auf, stützte sich mit einer Hand auf der Platte auf und ballte die andere zur Faust. Sekundenlang zitterte die Rechte des Doktors, dann richtete er seinen Zeigefinger auf Silvio.
„Du gehst wieder zurück!“
Doch genau davon war der Junge noch nicht überzeugt.
„Nein! Das Silber schön und gut, aber da muss es doch noch einen anderen Weg geben!“
„Es gibt aber keinen! Und deswegen gehst du zurück oder ich schreibe deiner Mutter, dass du dich gegen die Therapie sperrst!“
„Dann sage ich…“
Hohnlachend baute sich Ludwig über dem Jungen auf.
„Was wirst du sagen? Weißt du was? Sag alles, was du willst. Es ist mir egal. Weil ich nämlich alles abstreiten werde. Wem werden die Leute wohl eher glauben? Einem angesehenen Therapeuten oder einem pubertierenden Jungen, der sich in ein Piratenspiel hineinsteigert?“
‚Das sind Gemeinplätze’, dachte Silvio. ‚Nichts weiter als abgedroschene Phrasen!’
Aber konnte er leugnen, dass Dr. Fechners Argumente, so altbacken und romanhaft sie ihm erschienen, zutrafen? Die ehrliche Antwort lautete: Nein.
Kleinlaut gab der Teenager nach: „Also gut. Machen wir weiter…“

Erleichtert lies sich Lutz Fechner in seinen Stuhl zurückfallen. Der Mediziner in ihm beschränkte sich mittlerweile nur noch auf die Tatsache, sein Abitur gut genug abgeschlossen zu haben, um dieses Fach studieren zu können. Der Wunsch, seinen Mitmenschen zu helfen, lag irgendwo in dem Mann verschüttet, unter fein säuberlich aufeinander gestapelten Silberbarren begraben. Allein diesen letzten Rest seiner Persönlichkeit, die fachliche Kompetenz, galt es festzuhalten. Ohne diese würde er niemals aus dem Schwarzen Hund – dem Jungen! – herauskitzeln, wo die Sharkeye ihr wässriges Grab gefunden hatte.
Wenn Lutz auch nicht mehr so empfand, so vermochte er dennoch seine Worte zu wählen, dass Verständnis und Zuneigung aus ihnen herauszulesen waren: „Ich tue das doch nicht nur für mich. Wir teilen uns den Schatz, Silvio. Dann kann dir keiner mehr ans Bein pissen.“
„Ich weiß nicht“, seufzte der Teeanger. „Eigentlich hat das nie jemand getan. Und das mit meiner Mutter geht vorbei.“
„Wie die Pockenimpfung“, grinste Ludwig. „Aber unser Silber bleibt.“
Der Erwachsene streckte Silvio die Hand entgegen.
„Komm, schlag ein!“
Da war er wieder, der Suchtstoff, den der Junge nicht ablehnen konnte. Lutz wusste das genau, hatte die Wirkung seiner Geste auf den Patienten exakt kalkuliert. Ein Handschlag mit dem Doktor besiegelte einen Vertrag und das ganz ohne eine Einverständniserklärung der Eltern vorauszusetzen. Was Silvio aufgrund keiner charakterlichen Verfehlung, sondern allein seinem Lebensalter geschuldet, vorenthalten blieb, bot ihm der Psychologe wieder und wieder an. Der Junge fand, dass der andere dafür durchaus eine Gegenleistung verdient hatte. Ja, sie würden das Silber gemeinsam suchen und bergen. Und er würde sich dafür erneut in Hypnose versetzen lassen.
„Okay, Doc.“
Silvio besiegelte den Pakt.

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