Hat es Spaß gemacht? (Teil 1)

Ich stehe im Bad und denke an das derzeit laufende Event in einem Browserspiele, einem Rollenspiel (Okay, zugegeben, jetzt in diesem Moment stehe ich schon nicht mehr dort, ein Laptotp im Bad wäre auch irgendwie merkwürdig…). Ich bin mir nicht sicher, ob die derzeitige Aufgabe von einer versteckten Probe, dem Zufall oder meinem Klickverhalten abhängt. Von derlei Spekulationen wandern meine Gedanken zu den bisher absolvierten Minispielen, die… alle… Spaß… gemacht… haben.
So. Haben sie? Ja. Ehrlich? Ja, doch! Soso. Auch die Hühner??? Äh… ja?
Nein, Moment mal! Die Sache mit den Hühnern war doch Mist! Jedenfalls habe ich das damals, vor zwei Tagen, so empfunden. Was allerdings nichts daran ändert, dass die Erinnerung an das Hühnerspiel warme Gefühle erzeugt, ganz so, als wäre die Episode spaßig gewesen.

Es ging darum, in einem Pferch wild herumlaufende Hühner einzufangen. Hatte der Spieler elf davon erwischt, so besaß er genügend Punkte, um alle Preise für das Minispiel einzulösen. Man musste sich also durch den Pferch bewegen, wobei ab und zu eine Meldung aufpoppte, dass ein Huhn aufgeschreckt davon flattert. Dann wiederum hockten ein oder oder mehrere auf dem Feld, das man gerade betreten hatte. Diese Hühner liesen sich aufnehmen, wobei das Resultat erstens vom Geschick der Spielfigur und zwotens von einem Zufallswurf abhing. Hatte man Pech, verlor man das zappelnde, hackende, kratzende Ding sofort wieder aus den Händen, wobei man unter Umständen eine Handvoll Daunen zurückbehielt.
Soweit die graue Theorie. Wenn man natürlich immer wieder dasselbe Huhn hochzuheben versucht, verballert man dabei mehrere hundert Energiepunkte und rein gar nichts passiert, außer, dass das bemitleidenswerte Huhn immer mehr Federn verliert.
Irgendwann dämmerte es mir, dass ich zwar gerade allein im Gehege stand, das Spiel aber eigentlich auf viele Teilnehmer ausgelegt ist, die alle ihre elf Hühner zusammenbekommen wollen. Ein einmal fallengelassenes Hühnchen muss vom Server irgendwie „abgehakt“ worden sein, so dass es für den nächsten frei wird und man selbst gezwungen ist, den Pferch nach weiteren abzusuchen. Nach dieser Erkenntnis wurde das Spiel deutlich leichter. Wenn ich ein Huhn nicht mit dem ersten Versuch festhalten konnte, wanderte ich weiter und probierte meinh Glück beim nächsten.

Dennoch weiß mein Kopf, dass ich an diesem Abend kaum bis gar keinen Spaß hatte.
Mein Herz behauptet allerdings etwas anderes: Die Erinnerung an das Spiel, das ich nicht als spaßig empfand, während ich es spielte, löst heute dieselben Gefühle aus, als hätte ich vorgestern Spaß gehabt.
Genaugenommen kann mir das nur recht sein. Eine halbe Stunde Ärger aufgerechnet gegen die über Monate hinweg aufrufbare positiv gefärbte Erinnerung erscheint mir ein gutes Verhältnis, vergleichbar mit dem Impfschutz, der leider auch einen unangenehmen Piecks erfordert.

Dennoch:
Darf ich mein Gehirn mal dem Support schicken, bevor es dasselbe mit den Erinnerungen am meine Schulzeit anstellt?!

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