Vorwort

zu „Die Kinder des Schusarvogels“

„Die ist eine Geschichte mit vielen Namen drin und ohne Handlungsbogen, also eine, wie sie kein Autor, sondern das Leben schreibt.
Die Besiedelung eines fremden Planeten ist kein Unterfangen, das ein Hauptheld, ein Love Interest und ein Sidekick allein bestreiten können. Wäre dem so, würde das ein merkwürdiges Bild von Enki, Kulla und mir zeichnen. Nun ja, vielleicht nicht unbedingt merkwürdiger als das, was die Mythen ohnehin aus uns gemacht haben. Aber so eindrucksvoll sich diese Geschichten unserer „Heldentaten“ heute lesen, wir selbst erinnern uns an andere Episoden, die uns stärker geprägt haben. Meistens sind diese Anekdoten in unserer Kindheit und Jugend angesiedelt.
Ich war in Menschenalter umgerechnet fünfzehn, als ich zum Navigator unseres ersten Fernraumschiffes ernannt wurde und erfüllte genau zwei Kriterien: Kompetent und Entbehrlich. Ein bisschen mehr von dem einen und etwas weniger von dem anderen und unser Absturz unsere Notlandung hätte vermieden werden können. Gut, wir hatten immerhin den richtigen Planeten getroffen, von daher war die Katastrophe nicht vollkommen…“
– Aus Kethri Qats Erinnerungen

Ich hatte ja letztes Jahr angekündigt, als nächstes „Die Kinder des Schusarvogels“ hier im Blog einzustellen. Dabei handelt es sich um die Vorgeschichte zu meiner gefloppten SF-Reihe, zusammengesetzt aus Erinnerungsfragmenten diverser Handlungsträger. Für sich allein rechtfertigt eigentlich keine der Erzählungen in irgendeiner Weise eine Veröffentlichung. Aber sie haben den angenehmen Vorteil, fertig geschrieben zu sein, wohingegen ich an den restlichen Stories mal hier und mal da schreibe, ohne voran zu kommen.
Zum besseren Verständnis (oder überhaupt erstmal zum Ansatz eines Veständnisses) der Hintergrundwelt werde ich eine Glossar-Seite anlegen – sollte ein erklärungsbedürftiger Begriff oder Sachverhalt fehlen, bitte einfach mittels der Kommentarfunktion des Blogs anmerken!

Aber nun zum Inhalt, was erwartet den Leser?

Das „Dreisternsystem“ ist die Heimat einer humanoiden, latent telepathisch begabten Spezies, die sich recht linear von urzeitlichen Sammlern zu Weltraumfahrern entwickelt hat. Untergegangene Hochkulturen oder vergleichbare Rückschläge mussten sie nie erleiden, doch sie verfügen über eine ebenso reiche Mythologie wie wir und Religion hat über Generationen hinweg auch ihre Geschichte geprägt. Nur in der Gegenwart, da geht das Konzept des mit ein bißchen skeptischem Glauben unterlegten „Feudalkapitalismus“ in keinem der fünfzig Staaten mehr so richtig auf. Das System bröckelt immer mehr, auch wenn es sich die Regenten der letzten Generationen noch nicht eingestehen wollten. Zumal die Revoluzzer sich auch nicht wirklich einig sind, in welche politische und ökonomische Richtung sie ihre Welt denn nun eigentlich verändern wollen. Unter diesen Vorzeichen ein völlig neues Sternsystem kolonisieren zu wollen, erscheint, nun, sagen wir einmal „nicht ganz so gut durchdacht“….
Die ganze Geschichte basiert übrigens auf der Präastronautikhypothese: Außerirdische landen in grauer Vorzeit auf der Erde, erschaffen den Menschen und werden hinterher als Götter verehrt. Meine Version ist allerdings literarisch anstatt historisch motiviert, will heißen, die Story folgt nicht notwendigerweise dem, was ich über die Vergangenheit glaube.

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